• Deutschland,  Schwäbische Alb

    „Felsenrunde“: Löwenstarke Aussichten über dem Filstal

    https://www.komoot.com/de-de/smarttour/e334800878/felsenrunde-loewenstarke-aussichten-ueber-dem-filstal?ref=wdd

    Eine Rundtour der Göppinger Löwenpfade die uns auf ganzer Linie begeisterte, da abwechslungsreich und fast während der ganzen Tour tolle Ausblicke in alle Himmelsrichtungen. Dass die Landschaft hier durch wie eine Halbinsel geformte Erhöhung quasi einen doppelten Albtrauf erzeugte war uns vorher noch nicht bekannt. Wir entschlossen uns heute für die Einkehrvariante im Gasthof Hirsch in Oberböhringen. Hier bekommt man äußerst preiswerte und gute Hausmannskost. Man hätte wohl alternativ auch im Restaurant 19 am Golfplatz speisen können. Auch zwei Grillplätze boten sich im westlichen sowie im östlichen Verlauf des Wegs an. Aufgrund der vielen optionalen Abzweige zu Ausichtspunkten kamen wir am Ende auf 16,9km und 470Hm.

  • Deutschland,  Schwäbische Alb

    Idyllische Straße Tour F / Gschwend – Weites Land und historische Mühlen

    https://out.ac/ZahOk

    Dies war mal wieder eine schöne und abwechslungsreiche Rundtour ohne viele Höhenmeter. Als Highlights kann man neben dem Hagbergturm noch die Brandhofer Öl- und Sägemühle sowie die Menzlesmühle betrachten. Allerdings gab es keinerlei Einkehrmöglichkeit und auch einen Grillplatz an der Tour gab es nicht. Wir fanden jedoch nach vorheriger Suche den Gemeindegrillplatz Gschwend den wir mit kleinem Umweg erreichten und aufgrund der frühen Jahreszeit auch ganz für uns alleine nutzen konnten. Danach ging es dann ein kurzes Stück quer durch den Wald bevor wir kurz vor Gschwend wieder auf die Originalroute kamen. So kamen wir am Ende auf 14,1km und 297Hm.

  • Frankreich,  Spanien

    Einmal Madrid und zurück, bitte

    —– zum neuesten Eintrag —–

    als erste größere Reise nach dem Einstieg in die passive Altersteilzeit sollte es nach Madrid gehen: unser Sohn verbringt dort aktuell ein Erasmussemester und ist im September nur mit Handgepäck hingeflogen. Also galt es einiges an Gepäck nachzuliefern 🙂 Dies war natürlich nicht der Hauptgrund der Reise, der Weg soll das Ziel werden.

    26.10. ungewollter Zwischenstopp in Karlsruhe
    ein Besuch bei unserer neu entdeckten Lieblingseisdiele in Karlsruhe https://www.eistortenshop.de/ sollte uns zum Verhängnis werden: wenige Meter nach der anschließenden Weiterfahrt bemerkten wir das etwas nicht stimmte, wir hatten einen Platten. Konnten uns zum Glück in eine Hotelparkbucht am Strassenrand der Durlacher Allee retten. Dort verbrachten wir dann notgedrungen ca. 24 Stunden da uns der ADAC nicht abschleppen konnte. Der Platten war an der Hinterachse, die Lenkung konnte nicht arretiert werden und ein passender Steckschlüssel zum Radwechsel war auch nicht dabei. Nun ja, wie heißt es so schön: aus Fehlern lernt man. Die folgende Nacht am Strassenrand verlief verhältnismäßig ruhig.

    27.10. Frankreich wir kommen

    Der heute Morgen beim Reifenhändler bestellte Reifen sollte um 14:30 eintreffen. Wir nutzen die Zeit für einen Stadtrundgang, mischten uns unter die Studenten und besuchten noch das Majolikamuseum https://www.landesmuseum.de/weitere-standorte/museum-in-der-majolika.

    Anschließend ging es dann endlich weiter, wir erreichten dann erst nach Einbruch der Dämmerung Montbeliard, die Partnerstadt von Ludwigsburg und steuerten dort einen Stellplatz im kleinen Hafen an.

    28.10. Sonntag, Ludwigsburgs schöne Partnerstadt
    Stadtrundgang Montbeliard

    Wir entschieden uns dann über das Languedoc-Roussillon zu fahren und ließen den Atlantik im Westen liegen. Dies stellte sich im Nachhinein auch als die bessere Variante heraus da dort in den nächsten Tagen ein massives Sturmtief (Ciaran) wütete. Anschließend über Chalon sur Saone auf einen erneut kostenlosen Stellplatz in Paray-le-Monial. Ganz entzückt waren wir von diesem schmucken kleinen Städtchen das abends auch noch sehr anschaulich illuminiert war

    29.10. Weiße Rindviecher und endlich mal Autobahnfahrt
    nach dem überfälligen Aufräumen des Wohnmobiles, spülen ging es weiter Richtung Clermont-Ferrand wo wir auf der kostenlosen A75 nach Süden fahren wollten. Unterwegs sahen wir auf riesigen Weiden zahlreiche weiße Rinderherden links uns rechts der Strasse, es sollte sich um Charolaisrinder halten und ich wollte unbedingt mal probieren wie deren Fleisch schmeckt.

    Nach einer Mittagspause mit dem Besuch eines kleinen und einsam gelegenen Restaurants in der Nähe von Vichy war ich schlauer: mager und mild im Geschmack – es war schmackhaft zubereitet und wir waren zufrieden.

    Nach unserer Auflastung konnten wir dann auch das Problem mit den für Fahrzeuge > 3,5t gesperrten Strassen elegant lösen. Schließlich ging es noch etwas weiter nach Süden und wir fanden einen kleinen Stellplatz in Saint-Germain-du-Teil, wenige Kilometer neben der A75 sehr ruhig im Gebirge gelegen.

    30.10. Durch die Gorges du Tarn nach Millau
    nach einer kleineren Frühsportrunde mit der primären Duscherfahrung in unser neu gestalteten Dusche spazierten wir kurz durch dieses abseits gelegene Bergdörfchen.

    Anschließend fuhren wir dann in den Naturpark der Cevennen um durch die enge Schlucht Gorges du Tarn zu fahren. Minimale Höhenbegrenzung war bei 3,5m, einige engere Passagen. Mittendrin bei St. Enimie fanden wir einen grossen Uferparkplatz bei dem man sich gut ausmalen konnte was dort in der Saison für ein Hochbetrieb von Wassersportlern und -freunden sein muss. Ganz klares Wasser lädt förmlich zum Baden ein, heute war das Wetter leider überhaupt nicht danach.

    Nachmittags steuerten wir dann einen Stellplatz in Millau an. Er gehörte zur Kette der Pass’Etappes Stellplätze. Wohnmobilstellplätze mit gutem Standard, Zufahrt ist nur mit einer einmalig für 5€ erworbenen Karte möglich mit der anschließend per Terminal an der Schranke bargeldlos abgerechnet wird. V+E, WLAN, ruhig gelegen – was will man mehr.

    31.10. Eine riesige Brücke und ein fast verlassenes Städtchen
    Bei unserem kurzen Standrundgang, bei dem wir auch hier Halloweenspuren entdeckten, mussten wir feststellen, dass der Kirchturm leider nicht begehbar war.

    Also zurück zum Stellplatz und dann ging es auch schon weiter Richtung Süden, wir haben uns Beziers als nächstes Ziel gesteckt. Wir wollten unbedingt dieses Mal unterhalb der Brücke von Millau hindurchfahren, nachdem wir dort vor Jahren schonmal auf dem Weg in die Pyrenäen drüber gefahren sind. Also steuerten wir die übernächste Auffahrt auf die immer noch kostenlose A75 an. Die riesige Brücke ist mit 2460 m die längste Schrägseilbrücke der Welt, bei einer maximalen Pfeilerhöhe von 343 m die größte Brücke der Welt, das höchste Bauwerk Frankreichs und die höchste Brücke in Europa. Da wirkt unser kleines Wohnmobil schon recht winzig dagegen.

    In diesem Zusammenhang fiel uns auch auf, dass es sich durchaus alle paar Jahrzehnte lohnt, Autokarten zu erneuern, sofern man sie überhaupt noch benötigt! Wir hatten eine Michelinkarte aus dem Jahre 1988 vom Languedoc-Roussilon im M1:200.000 dabei sowie eine Gesamtfrankreichkarte im M 1:1.000.000. Wenn man die unterschiedlichen Massstäbe mal aussen vor lässt fällt auf, das die Autobahnführung über die Millaubrücke überhaupt noch nicht vorhanden war. Links der Ausschnitt von 1988:

    Nach dem kurzen Brückenstop fiel uns ein Hinweisschild auf das Örtchen Peyre auf mit historischem Standbild, 3km. Also Weiterfahrt ins Tal nach unten und das Stadtbild ist wirklich sehenswert: die alte Stadt wirkt quasi wie an einen Felsen geklebt.

    Der Ort hat etwa 120 Einwohner und wurde als eines der „Schönsten Dörfer Frankreichs“ ausgezeichnet. Das auf etwa 350 m befindliche Peyre liegt in einem Einsturzkessel an einer Flussschleife des Tarn am Südrand der Causses, einem Ausläufer des Zentralmassivs etwa acht Kilometer westlich der Stadt Millau. Das vom Ortsrand von Peyre aus sichtbare Viaduc de Millau befindet sich drei Kilometer südöstlich.

    Wir unternahmen eine kleine Rundwanderung durch den Ort, den Berg nach oben und im Tal anschließend zurück zum Parkplatz. Dort ließen wir dann noch kurz die Drohne steigen.

    Die Weiterfahrt endete dann etwas außerhalb von Beziers auf einem angeblich kostenlosen Stellplatz bei einem Weingut. Es hieß, wenn man eine Flasche kauft kann man umsonst stehen bleiben. Der geschäftstüchtige Weinbauer wartete am Abend bis sich ca. 12 Wohnmobiltouristen in seinem Verkaufsraum versammelten und lud dann zu einer 5-gängigen Weinprobe ein. Ein paar Worte zu jedem Wein in französisch und etwas englisch – dann konnte man kaufen. Wir kauften zwei Rose- und zwei Rotweine. Schlussendlich bewahrheitete sich mal wieder, das diese kostenlosen Weingutstellplätze am Ende meistens die teuersten sind weil man eben doch immer ein paar Flaschen mitnimmt. Aber man steht dort meistens gut und ruhig. V+E gab es hier allerdings keine. Wenn man das vorher weiß ist das okay.


    01.11. Beziers – die zauberhafte Stadt mit der tollen Brücke

    uns wurde erst nach einer guten Nacht bewußt, wie praktisch doch die Lage des Weingutes war: wir konnten unser Wohnmobil ohne Probleme dort weiterhin stehen lassen. Das Parken mit einem 7m Wohnmobil ist in Städten nicht immer so einfach möglich und dann ist da ja auch noch der Sicherheitsaspekt. Des Weiteren befanden wir uns in unmittelbarer Nähe eines UNESCO-Weltkulturerbes: die Schleusentreppe Fonseranes am Canal du Midi.

    Mit sechs Kammern überwindet sie einen Höhenunterschied von 13,60 Meter.[1] Die Schleusentreppe ist als Monument historique klassifiziert und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten von Beziers.

    Dem Erbauer Pierre-Paul Riquet (1609 – 1680) wurde ein Denkmal in der Stadt gesetzt sowie es erscheint sein Antlitz nächtlich an einer Hausfassade neben der Schleuse die dann selbst auch bunt illuminiert ist.

    Nach kurzem Spaziergang am Canal du Midi konnten wir Richtung Altstadt abbiegen und überquerten dabei auch die aus dem 12. Jahrhundert stammende Steinbogenbrücke Pont Vieux. Ein sehr schön angelegter Fussgängerweg führt uns anschließend nach oben zur Kathedrale Saint-Nazaire. Alternativ gab es aber auch einen Fahrstuhl. Alles zusammen sehr anschaulich arrangiert und sauber an der Felswand befestigt. Oben angekommen ergibt sich ein schöner Fernblick. Ins Zentrum war es dann nicht mehr weit und das sehr positive Standbild wurde auch hier bestätigt: eine breite Flaniermeile von Platanen eingerahmt lädt förmlich ein. Wir aßen beim netten Türken etwas Warmes und kamen dann zum Place Jean Jaurès auf dem gerade ein hübscher Weihnachtsmarkt aufgebaut wird. Uns führte es noch zum Plateau des poètes, einem okzitanischen Dichtern gewidmetem Park.

    Eine kleine Anekdote zu dem Bild mit den Teenies zu dem ich quasi genötigt wurde: als sie mich mit meiner Spiegelreflexkamera vorbeilaufen sahen wollten sie unbedingt ein Foto. Sie haben es dann einfach von meinem Display abfotografiert und waren damit dann glücklich. Auf recht ähnliche Weise habe ich vor 25 Jahren meine Steffi am Stuttgarter Flughafen kennengelernt. Grosse Kameras müssen irgendwie etwas anziehendes an sich haben 🙂

    Am späten Nachmittag hatten wir dann noch einen schönen Sonnenuntergang und gingen am Kanal zurück. Da es um diese Jahreszeit schon so schnell dunkel wird konnten wir noch die illuminierten Schleusenkammern bewundern und liefen die letzten Meter mit Taschenlampe zum Weingut. Beziers bleibt uns als äußerst attraktives Städtchen in Erinnerung und wieder geht ein ereignisreicher Tag zu Ende.

    02.11. Endlich ans Mittelmeer
    mangels Frühstück steuerten wir zunächst einen Supermarkt an wo wir außer einem Baguette auch noch bei TFR eine SIM Karte für unseren mobilen Router erwarben: 100GB, 5G, gültig 4 Wochen europaweit für 25€. Bei der Einrichtung half uns außer der Verkäuferin noch unser Sohn, seitdem läuft das Ding zuverlässig wie die Fritzbox zuhause. Steffi holte noch jede Menge Babyklamotten für unser erstes Enkel das sich für kurz vor Weihnachten angemeldet hat. Wir suchten dann einen Stellplatz an der Küste und sind so in Meze gelandet, ein kleines Örtchen unmittelbar am Etang der Tau gelegen – einer Lagune unmittelbar vor Sete gelegen. Der Stellplatz gehörte auch zur Reihe der Camping-Car Park Plätze in Frankreich und die Schranke öffnete sich für uns mit der neuen in Millau erworbenen Karte problemlos. Der Platz liegt ca. 2,5 km im Hinterland, ist aber trotzdem auch um diese Jahreszeit gut besucht und wurde gegen Abend annähernd voll. Wir staunen immer wieder, wie viele Wohnmobile jetzt noch unterwegs sind. Wir liefen zu Fuss nach Meze, drehten eine Runde zum Strand, tranken einen Kaffee bzw. heiße Schokolade mit Blick auf das vorgelagerte Sete und konnten dann beim Fischladen nicht widerstehen, frischen Fisch mitzunehmen: Rochenflügel aus der Bretagne + Seezunge. Nach dem Heimweg wurde der Rochenflügel direkt verarbeitet und mundete mit einem Gläschen Weißwein hervorragend.

    03.11. Boote über Boote in Sete
    Wegen der schlechten Wettervorhersage haben wir uns erst Mittags auf den Weg zur nächsten Bushaltestelle Richtung Sete gemacht – am Ende hätten wir auch viel früher fahren können.

    Kurz was in eigener Sache: Mir ist selbstverständlich klar, dass man Sète mit accent grave auf dem ersten e schreibt. Man möge es mir bitte verzeihen, wenn ich mich auf meiner Seite bei den französischen Namen auf die Schreibweise ohne jegliche Akzente beschränke – das macht es mir beim Schreiben deutlich einfacher. Abgesehen davon dass es mir nicht geläufig ist wie man das mit der Tastatur macht.

    Busfahrt ca. 20km für 1,30€ pro Person. Da kann sich der heimische Nahverkehr aber ne Scheibe von abschneiden! Im lebhaften Sete sind wir dann über den Fischereihafen zum riesigen Sportboothafen und durch die Innenstadt zurück – dann war es plötzlich dunkel.


    Im Hafen lag noch eine Yacht mit besonderer Lackierung die wir sonst nur von Autos kannten. Leider etwas verwackelt, hier nur auf die Bootsfarbe achten:

    Heimfahrt mit dem Bus im Dunkeln, ebenso der restliche Fußweg zum Stellplatz. Wir hatten das jetzt schon öfters so und es gehört wohl dazu, wenn man mit dem Wohnmobil um diese Jahreszeit etwas besichtigen möchte. Nun ja, die Bewegung schadet uns nicht 🙁

    04.11. Austern – ein Muss!

    Nachdem wir uns tags zuvor an einem vermeintlichen Strassenkiosk nach dem Bus erkundigten konnte uns nicht entgehen, dass es sich bei dem Kiosk nicht um eine Trinkhalle sondern um ein Austernverkaufshäuschen handelte, inklusive einer netten Verkäuferin. Derlei Verkaufsläden gab es hier mehrere zumal es sich bei dem Etang der Tau um Frankreichs größte Austernzucht am Mittelmeer handelt. Da musste natürlich auch probiert werden. Wir haben also unmittelbar nach der Abfahrt vom Stellplatz dort einen Zwichenstop eingelegt. Die Verkäuferin erkannte uns sofort wieder und stellte freundlich klar, dass sie immer noch kein englisch kann. Nach dem wir ihr unsere Absicht klarmachten und erklärten, dass wir absolute Austernanfänger sind bat sie uns eine bereits frisch geöffnete Auster zum probieren an. Steffi lehnte dankend ab, ich konnte es schon nicht mehr erwarten. Also runter damit – so wie ich es im Film schon öfters beobachtet hatte. Die pure Meeresfrische – mir hats gemundet. Dann wollte ich wissen, wie man denn die Dinger öffnet. Also bat die nette Dame ihren Mann, der gerade mit dem Anrichten einer größeren Austernplatte beschäftigt war, mir zu zeigen, wie man die Muscheln öffnet und bot mir diese anschließend ebenfalls zum Verzehr an. Ich war begeistert! Dann erwarben wir 6 grosse Austern für sage und schreibe 4€ und kauften dann auch noch das passende Werkzeug dazu.

    Wir bedankten uns herzlich und dann gings es auch schon weiter. Einkaufszwischenstopp bei einem grösseren Supermarkt bei Narbonne und wir suchten uns dann das kleine Örtchen Lagrasse im Hinterland aus, hier sollte eine alte Brücke und eine hübsche Altstadt auf uns warten und wir wollten mal wieder ein wenig wandern. Abends gabs dann Steffis erste Fischsuppe, dazu – wer wollte – weitere Austern und was man dazu sonst noch so braucht 🙂 – köstlich! Mir ist jetzt übrigens auch klar, warum diejenigen, die die Austern öffnen auch meistens so schwarze Handschuhe tragen. Das erfordert etwas Kraftaufwand, ist gar nicht so einfach und ist ohne Sicherheitshandschuh auch nicht ganz ungefährlich. Ging aber alles gut aus.

    05.11. Sonntag, Wanderung in den Corbiers
    Nach dem Frühstück ging es dann bei bestem Wetter auf eine Wanderung die wir uns bei komoot rausgesucht hatten. Wir sind hier im Herzen eines riesigen mediterranen Waldes, in den Corbières, im Süden des Departements Aude.
    Nach einem längeren Aufstieg hatten wir auch schon eine schöne Fernsicht und erreichten um die Mittagszeit Notre Dama de Carla. Ein schöner und guter Ort für ein ausgiebigeres Vesper. Zurück ging es durch rosmaringesäumte Wege bis sich am Ende dann ein schöner Blick auf die Abbaye de Lagrasse mit der mittelalterlichen Brücke Pont Vieux bot.

    Nach einem Rundgang durch die Altstadt freuten wir uns durch eine Hinweistafel geweckt auf eine kostenlose Weinprobe, mussten dann jedoch feststellen, dass es sich dabei um Vinagrette und Balsamico handelte. Auch nicht schlecht und wir mussten dann natürlich auch eine Kleinigkeit mitgehen lassen.

    Bei der anschließenden Weiterfahrt ging es wieder durch schier endlose Weinregionen, links und rechst der Strasse. Da konnten wir nicht widerstehen, schließlich eines dieser Weingüter anzusteuern. Nun lagen die aber nicht direkt an der Strasse, dort waren meistens nur die Hinweisschilder zu sehen. Also ging es über eine ca. 700m lange Schotterpiste zum Château Saint-Estève. Dort angekommen öffneten wir unsere Aufbautüre und es dauerte nicht lange bis ein ponygrosser und sehr aufgeweckter golden Redriever mitten in unserem Wohnmobil stand, wir konnten ihn kaum daran hindern, unsere Räumlichkeiten auszuschnüffeln. Er war wohl noch jung und neugierig, zumindest nicht aggressiv. Dann war auch schon die Besitzerin da und lud uns in ihren Probierraum ein. Es war schon am späten Sonntagnachmittag – aber wenn es um den Weinverkauf geht kann man vermutlich auch nachts kommen 🙂

    Wir fuhren dann mit 8 weiteren Weinflaschen im Gepäck weiter und steuerten schließlich den Parkplatz eines grösseren Supermarktes bei Sigean an wo wir nächtigten um am nächsten Morgen frisches Baguette quasi vor der Türe kaufen zu können.

    06.11. Collioure – schon die Künstler wussten wo es schön ist

    nach kurzem Supermarkteinkauf ging es heute wieder zurück an die Küste nach Collioure. Ich war vor vielen Jahren schon einmal dort und hatte es in sehr schöner Erinnerung, Steffi kannte es noch nicht. Der nahegelegene riesige Stellplatz war leer. Wir zögerten zunächst, parkten dort jedoch dann in einer eigentlich für Busse vorgesehenen Parkbucht ein und machten uns nach kurzer Mittagspause auf den Weg ins Städtchen. Das besondere an Collioure finde ich den Weg direkt am Meer an der Burganlage vorbei und zu beiden Seiten des Stadtstrandes – eine schöne Möglichkeit die Umgebung kennenzulernen und verschiedene Perspektiven auf das hübsche Städtchen zu bekommen. Natürlich kann man auch die Burg besichtigen, war aber schon geschlossen.

    Vor der mächtigen Burg stand, halb im vermutlich lausig kaltem Wasser, ein Trompeter und blies irgendwelche Melodien. Ganz lustig fanden wir, wie die Anwohner ihre Fahrzeuge scheinbar hochwassergeschützt parkten.

    Wir gingen dann noch auf die Anhöhe am südlichen Ufer und gönnten uns anschließend einen leckeren Crepe bzw. einen Galette. Nach dem Einsetzen der Dämmerung setze sich Steffi die Brasserie des Hotel-Restaurants „Les Templiers“ weil dort viel Gemälde ausgestellt sind und viele Maler auch dort waren. Ich zog noch etwas umher für ein paar Bilder zur späten Stunde

    07.11. zurück ins Landesinnere nach Ceret
    heute ging es dann auch schon wieder weiter und zwar ins Landesinnere. Wir hatten dort Ceret als nächstes Ziel ausgemacht, da Ceret erstens von vielen Künsten aufgesucht wurde – was normalerweise zumindest für ein schönes Ortsbild spricht – und zweites habe ich hier bei komoot eine kleine Rundwanderung um den Ort gefunden. Aber zuerst steuerten wir einen Supermarkt in Argeles sur Mer an, kauften eine Kleinigkeit ein und besorgten uns dort dann auch noch eine französische 13kg Gasflasche, die wir dank des bereits vorhandenen Adapters an unserem deutschen Anschluß verwenden können.
    In Ceret angekommen fanden wir dann einen Parkplatz neben Sportanlagen am Ortsrand gelegen. Nach einer ausgedehnten Mittagspause ging es am späten Nachmittag ins ca. 15min entfernet Zentrum. Steffi zog es ins Musée d’Art Moderne dass aber nur noch 1,5h geöffnet hatte. Ich machte mir es solange in einer Brasserie bequem uns widmete mich meinem handy. Dann ging es auch schon wieder zurück zum Wohnmobil.

    08.11. Ceret, du gefällst uns immer mehr
    für heute haben wir uns diese Wanderung rausgesucht:

    Da wir ja zunächst vom Stellplatz aus in die Route einsteigen und dann zuvor auch noch die Teufelsbrücke besichtigten wollten wurden es dann am Ende knapp 16km – was Dank des tollen Wetters aber kein Problem darstellte. Die imposante alte Teufelsbrücke (Pont du Diable) war von der Seite leider nur schlecht einsehbar. Sie war übrigens im 14. Jahrhundert mit 45m Bogenspannweite die größte Brücke der Welt.

    Der abwechslungsreiche Rundweg um den Ort verlief durch verschiedene Vororte sowie über eine kleine Anhöhe und ermöglichte schöne Einsichten von diesem Landstrich sowie der verschiedenen Häuserbaustile. Was uns besonders auffiel waren einige für uns ungewohnte Südfrüchte sowie viele Müllcontainer. Hier in Frankreich läuft die Müllentsorgung wohl so, dass man seine Müllbeutel in öffentliche Container wirft, die überall und ordentlich platziert am Stassenrand standen. Mülltrennung eingeschlossen. Vorteil: Mülleimer blockieren keine Bürgerssteige mehr und die Müllabfuhr hat es bei der Leerung einfacher. Nachteil: die Müllbeutel müssen regelmässig entsorgt werden. Als Belohnung für die Wanderung gönnten wir uns ein Heissgetränk samt Kuchen in einem kleinen Cafe. Auf dem Heimweg ging es dann noch in den Carrefour um frischen Fisch für das Abendessen zu besorgen.

    09.11. mit großen Schritten nach Spanien

    nachdem wir uns nun zwei Nächte in Ceret aufgehalten hatten fiel uns auf, dass es deutlich besser ist, mehr als nur eine Nacht an einem Ort zu verweilen. Je länger man bleibt und sich dort auch bewegt umso mehr Eindrücke bekommt man. Außerdem wirkt ein Ort auch je nach Wetter und Licht sehr unterschiedlich. Man braucht dazu natürlich auch etwas Glück. Bisher können wir uns darüber nicht beschweren. Wir behalten Ceret ins sehr schöner Erinnerung, ein hübsches Städtchen in dem es sich bestimmt auch sehr angenehm wohnt. Nichtsdestotrotz mussten wir unser Ziel Madrid im Auge behalten, wir wollten dann auch nicht zu knapp vor Weihnachten wieder zurück in Deutschland sein. Grosse Reisefreiheit sieht anders aus – aber wir wollen nicht jammern, das war ja von Anfang an abzusehen. Also rein in die Karre und dann ging es nun auch endlich über die Grenze nach Spanien. Wir sind nun in 2 Wochen ohne einen einzigen Maut€ durch Frankreich gefahren. Wenn genügend Zeit da ist geht das sehr gut und wenn dann auch noch wohnmobilbedingt ein Tempolimit von 80 bzw. 100km/h (Landstrasse/Autobahn) gilt geht das Ganze auch so gut wie stressfrei. Wir empfanden das als relativ angenehm und haben dazu noch sehr viele schöne Ecken von Frankreich kennengelernt.

    Da wir Marwin aufgrund seiner Bacheloraktivitäten nicht vor dem 23.11. treffen möchten hatten wir nun noch 2 Wochen Zeit bis Madrid. Wir fuhren dann zuerst nach Figueres um dort das Dalimuseum zu besichtigen. Der auf Park4night rausgesuchte Parkplatz lag wie rein zufällig unmittelbar neben einer Burganlage – dem Castell de Sant Ferran.

    Das Castell de Sant Ferran (kastilisch Castillo de San Fernando, deutsch Festung San Fernando) ist die größte Festung Europas aus dem 18. Jahrhundert und das größte Bauwerk Kataloniens.

    Interessantes hierzu: die Festungsmauer hat einen Umfang von 3km und Salvator Dali leistete 1927 seinen Wehrdienst in dieser Anlage. Leider bzw. besser zum Glück war eine Besichtigung heute nicht möglich. Es hätte uns vermutlich einen halben Tag gekostet. Also gingen wir ins Stadtzentrum wo Dali stilecht und kaum zu übersehen aus einem Theater sein Theatermuseum Dalí erschuf. Der Andrang war selbst jetzt an einem Donnerstagvormittag im November gross – trotzdem konnten wir ohne die wohl sonst erforderliche Onlinevorbuchung direkt eintreten. Unvorstellbar, was hier in der Saison los sein muss. Als Kunstbanause beschränke ich mich auf weitere Beschreibungen und zeige auch nur ein paar Kleinigkeiten. Beeindruckt hat mich natürlich neben diversen Installationen seine Werbearbeit für den Kamerahersteller Canon, nur bei genauem Hinsehen erkennt man, dass es sich eben nicht um eine Fotografie handelte.

    Nach einem kurzen Stadtrundgang und dem Rückweg zum Parkplatz am späten Nachmittag verschaffte ich mir dann mit der Drohne noch einen kurzen Überblick über die riesige Wehranlage – wenn man uns schon nicht reinlies 🙂


    Anschließend steuerten wir am Abend dann noch den Küstenort Cadaqués an – hier hatte ich eine kleine Küstenwanderung entdeckt und dann war da auch noch das Haus in dem Dali Teile seiner Kindheit verbrachte und wo er sich auch nach seiner Rückkehr aus NewYork niederließ. Die kleine Strasse zog sich sehr lange und kurvenreich über die grosse Halbinsel an die Küste. Wie es der Zufall so will lag der angepeilte Stellplatz dann auch in Portlligat einem kleinen Nebenort von Cadaques, nur einen Steinwurf entfernt neben dem besagten Daliwohnhaus das wir dann in der Dämmerung noch kurz besuchten.

    Übrigens war es der Blick von Portlligat auf die vorgelagerte Inselwelt die Dali in sein Werk Christus des heiligen Johannes des Kreuzes einbaute: links das Original – rechts sein Werk:

    10.11. Cadaques – unser Einstieg in die CostaBrava
    heute besorgte sich Steffi ein Ticket für einen Rundgang des Dalihauses/-museums was aber erst für den Nachmittag möglich war. Also unternahmen wir dann zuerst die geplante Rundwanderung um die Halbinsel zwischen Portlligat und Cadaques die uns wunderschöne Aussichten auf diesen Abschnitt der CostaBrava darboten.

    In Cadaques angekommen stärkten wir uns dann mit einer hervorragenden Paella und auch die Crema Catalana durfte nicht fehlen

    Nach kurzer Mittagspause im Wohnmobil ging Steffi dann zum Dalihaus – nur an paar wenige Eindrücke

    und ich etwas später für ein paar Fotos nochmals nach Cadaques. Diesen Weg musste ich dann allerdings doppelt machen, da ich den Stativadapter zur Befestigung der Kamera auf dem Stativ zuerst vergessen hatte – zum Glück war ich von der Paella gut gestärkt!

    11.11. und wieder gings ins Landesinnere

    da wir gestern von Cadaques nur einen kleinen Teil gesehen hatten ging es heute nochmals zu Fuss auf dem teils schön angelegten Steinpfad über den kleinen Hügel hinüber. Über die Strandpromenade gehend besuchten wir dann die über allem trohnende Kirche Santa Maria de Cadaqués die auch noch einen schönen Ausblick ermöglichte.

    Auf dem Rückweg fielen uns die am heutigen Samstag schnell steigenden Besucherzahlen auf – der Ort scheint nicht nur uns sehr gut zu gefallen. Ein Grund mehr für einen weiteren Ortswechsel.


    Wir hatten uns Girona als nächstes Ziel gesetzt. Allerdings fanden wir einen schönen Stellplatz weit ausserhalb in Banyoles und wollten Girona am nächsten Tag mit den Öffentlichen erkunden. Wir landeten schließlich am späten Abend auf einem Campingplatz direkt am See Estany de Banyoles. Abends war dann nach einem kurzen Dämmerungsspaziergang für einen kurzen Moment nochmal Panik im Wohnmobil: der Router war weg. Nach einer gefühlten Ewigkeit – es war die ganze Zeit sein WLAN vorhanden – fand sich das kleine Gerät auf dem Fliegengitter der Dachhaube liegend wieder. Ich selbst hatte ihn dort mangels Empfang platziert. Was soll man dazu sagen – früher ist mir sowas nicht passiert 🙂
    Dann ist am selben Abend noch was passiert: ich hörte Tage zuvor in irgendeiner Fussgängerzone einen tollen Musiktitel und shazamte nach dem Interpreten: Billy Cobham. Meine weitere Internetrecherche ergab dann auch, dass dieser – wie es der Zufall so will – einige Tage später in Barcelona live auftreten sollte. Da Barcelona sowieso auf unsere Liste stand kaufte ich kurzerhand und letztendlich überhastet beim Onlineticketdienst viagogo ein Ticket – der Termin passte auch, Steffi lehnte jedoch dankend ab – ist nicht ihre Musik. Im Nachhinein musste ich feststellen, dass ich das Ticket direkt beim Veranstalter für die Hälfte hätte erwerben können. Zu spät, ich hatte schon bezahlt. 30€ in den Sand gesetzt – einziger Vorteil: aus Fehlern lernt man.

    12.11. Sonntag, Girona – geschichtsträchtige Stadt mit schöner Altstadt

    wir sind ja gestern Abend hier in der Dämmerung angekommen und realisieren erst jetzt, dass dieser fischreiche Badesee auch eine besondere Geschichte aufweist

    Flora und Fauna
    Der See weist sowohl einheimische als auch eingeführte Fischarten auf, wie Karpfen, Rotfeder, Süßwasser-Schleimfisch, Gemeiner Sonnenbarsch, Schleie, Forellenbarsch und Aal. Andere Fischarten wie Hecht, Schwarzer Zwergwels and Goldfisch wurden im 19. Jahrhundert eingeführt, aber in vergangenen Untersuchungen wurden keine Exemplare dieser Arten mehr gefunden.

    Wassersport
    Der Banyoles-See wurde als Austragungsort der Ruderwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona und der Ruder-Weltmeisterschaften 2004 bekannt. (Finale Rudern 8er – 2000m. Gold: Canada, Silber Rumänien, Bronze: Deutschland)

    Er ist auch ein beliebter Trainingsort für viele auswärtige, speziell englische Ruderer.
    Am 8. Oktober 1998 sank ein Ausflugsboot mit 141 französischen Touristen auf dem Banyoles-See. Das Unglück forderte 22 Menschenleben und 38 Verletzte.

    Um so einen berühmten See habe ich dann morgens eine kleine Joggingrunde eingelegt um anschließend genügend Grund für eine 3minütige Dusche auf dem Campingplatz zu haben. Nach dem ausführlichen Frühstück machten wir uns dann auf den Weg zur Bushaltestelle – für heute steht Girona auf dem Ausflugsplan. Wir hatten zwar von anderen gehört, dass die Stadt nicht so schön seien soll, haben aber auch gelesen, dass die Altstadt sehenswert sein soll. An der Bushaltestelle in Banyoles hatten wir noch ein schönes Erlebnis mit einem Schwarzen, der unangesprochen sehr bemüht war, dass wir a den richtigen Bus erwischten und b auch pünktlich einstiegen. Wir machten wohl einen ziemlich hilflosen Eindruck und fanden das auf jeden Fall sehr nett. Die ca. 35minütige Busfahrt kostete gerade mal 1,20€ pro Person. Die Altstadt mit der mächtigen Kathedrale, einer gut erhaltenen und begehbaren Stadtmauer, jüdischem Viertel und bunten Häusern gefiel uns sehr gut. Trotz Sonntag und Novembertemperaturen waren viele Menschen unterwegs und auch die Cafes und Strassenrestaurants waren gut gefüllt. Nachdem wir die vorbildliche Elektroinstallation abgenommen hatten kehrten wir mittags beim Asiaten ein. Wir hatten einen interessanten und abwechslungsreichen Rundgang. Auf der Rückfahrt konnten wir vom Bus aus noch den bunt leuchtenden Sonnenuntergangshimmel bewundern und beim Rückweg zum Stellplatz die leuchtende Seeuferidylle.

    13.11. Palamos – und doch wieder zurück an die Küste

    die Wettervorhersage brachte für die nächsten Tage ein vermutlich letztes wärmeres Hoch, das evtl. nochmal die Möglichkeit eines Bades im Meer ermöglichen könnte. Also suchten wir wieder ein Quartier an der Küste und landeten erneut an der Costa Brava, jetzt etwas weiter südlich in Palamos. Auf der kurzen Anfahrt fanden wir hinter einem Supermarkt noch eine günstige Tankstelle und tankten Diesel für 1,49€/l.
    Wir fanden in Palamos einen terrassenfömig angeordneten Stellplatz wo wir für 17,50€ pro Tag mit Stromanschluss gut untergebracht waren. Auch unsere Kassette und Tanks konnten wir leeren bzw. frisches Wasser tanken. Es war schon so angenehm dass unseren grillten Fisch auch noch draussen essen konnten. Nach der Mittagsruhe unternahmen wir dann noch einen Spaziergang an den nahegelegenen Strand Cala de la Forca. Dieser schön gelegene Abschnitt war schon ziemlich menschenleer, machte aber Hoffnung auf ein Bad am nächsten Tag. Der Strand selbst ist sehr ursprünglich und bestand aus zwei durch einen Felsen unterbrochenen Badebuchten. Keine grossen Hotels, nur wenige Restaurants. Auch in der Saison ist es hier bestimmt nicht überfüllt. Wir hatten dann auch noch das Glück, erneut einen schönen Abendhimmel zu erleben – ähnlich wie wir es am Vorabend schon aus dem Bus beobachten konnten. Und schließlich konnte der Schreiberling auch noch seinen Standpunkt zum Pizzabelag klarmachen.

    14.11. Premiere: Mittelmeerbaden im November
    wieder ein sonniger Novembertag und wir beschlossen, uns vormittags das Städtchen näher anzuschauen und nachmittags an den Strand zu gehen. Zuvor begutachteten wir aber erst mal den Stellplatz der auf uns einen sehr positiven Eindruck machte. Es gab wohl mit 17,50€ einen Einheitspreis inkl. Strom.

    Nach 20 minütigem Fussweg erreichten wir auch schon den riesigen Sporthafen der abgetrennt durch ein Felsmassiv nördlich vom Fischereihafen und Stadtzentrum liegt. Dann ging es durch die schmucke Altstadt mit vielen kleinen Läden und Restaurants. In einem Fischgeschäft deckten wir uns dann auch wieder mit frischen Fisch ein, schlenderten noch etwas an der Strandpromenade des riesigen Stadtstrandes entlang und gingen zurück zum Stellplatz.

    Nach der Mittagspause ging es dann an den nahegelegenen Strand an dem wir gestern Abend schon waren. Schließlich war es auch warm genug um ein kurzes Bad im Mittelmeer zu nehmen – recht frisch und ich war froh an meine Badekappe gedacht zu haben. Aber mehr als 5 Minuten waren dann doch nicht drin. Ich glaube das Meer hatte um die 19°. Respekt vor all denjenigen die noch bei weitaus niedrigeren Temperaturen baden gehen. Jedoch war es für mich eine absolute Premiere, kurz vor meinem Geburtstag
    nochmals im Meer baden zu können. Das Wasser war glasklar und es war sehr erfrischend. Steffi hatte keinen stärkeren Drang ins Meer zu gehen – selber Schuld!
    Zurück am Stellplatz nutzen wir dann noch die Möglichkeit zum Wäsche waschen und trocknen und schmissen danach nochmal den Grill für den Fisch an. Wieder hatten wir ein schmackhaftes Abendessen
    das wir dann noch mit selbstgebranntem Schnaps mit unseren Nachbarn ausklingen liessen.

    15.11. Küstenwanderung zum botanischen Garten
    für heute haben wir uns eine vielversprechende Wanderung an der Costa Brava Richtung Norden rausgesucht:

    Von Parkplatz nach Jardines de Cap Roig

    So gingen wir nach dem Frühstück gut genährt und ausgerüstet zu dem Castell De Sant Esteve, dort wo wir bereits zwei Tage zuvor schonmal waren – hier war der offizielle Startpunkt der Wanderung. Der Weg schlängelte sich durch zahlreiche Buchten, wir mussten dabei auch ein paar Höhenmeter erklimmen und hatten immer wieder fantastische Ausblicke auf diesen recht urwüchsigen Küstenstreifen.


    Durch das aus dem 16. Jahrhundert stammende Fischerdorf Cala s’Alguer ging es weiter und wir erreichten irgendwann einen zwischen den zahlreichen Felsenbuchten liegenden kleinen Strandabschnitt an dem sich nur eine kleine Hütte befand. Dort hielten sich auch zwei Männer auf – einer kam gerade mit dem Kajak zurück – und es stellte sich heraus, dass einer von ihnen dort seit vielen Jahren lebt und nur ab und zu von Bekannten und Freunden unterstützt wird. Der Mann bot uns einen Kaffee an in den er noch einen guten Schuß Hochprozentiges goss. Wir wechselten ein paar Worte in gebrochenem Englisch, Spanisch und Deutsch bevor wir uns auf den weiteren Weg machten.

    Erst Nachhinein bekam ich ein schlechtes Gewissen weil ich vergessen hatte, ihm zumindest eine kleine Spende zu hinterlassen. Er hatte allerdings nicht danach gebeten.
    Der Weg schlängelte sich romantisch durch Felsenlöcher, bevor es dann weg von der Küste nach oben Richtung botanischer Garten ging. Der offizielle Weg verlief durch den Garten hindurch, war aber gesperrt. So mussten wir einen kleine Umweg nehmen und erreichten bald den Haupteingang des Parks. Dieser war leider geschlossen und so machten wir uns direkt auf den Rückweg der abseits der Küste im waldähnlichen Gelände verlief. Auf einem Hügelrücken hatten wir nochmals eine schöne Rundumsicht, ließen kurz die Drohne steigen und passierten ein weiteres Salvator Dali Denkmal in Form eines kleinen Steinhäuschens mitten im Wald, bei dem die Eingangstüre schräg verbaut war.

    Dann ging es wieder zurück zur Küste. Kurz vor Palamos verlief der Weg jetzt durch ein weitläufiges Privatgrundstück. Wir dachten uns nichts dabei bis wir einen vor einem Wohnhaus parkenden Pickup bemerkten. Ahnungslos liefen wir auch hier vorbei und kurze Zeit später verfolgte uns ein Mann mit dem Pickup. Er sprach leider kein englisch, aber seine Absicht war eindeutig: wir befanden uns auf seinem Privatgrundstück, hätten dort überhaupt nichts zu suchen und sollten gefälligst wieder umkehren. Wir sahen allerdings in ca. 200m Entfernung ein grosses Tor das wir passieren mussten um wieder Richtung Palamos zurückzukehren. Es benötigte noch einiges Bitten und Betteln bis der Mann schließlich zum Tor fuhr und dieses für uns öffnete. Dies war eine der eher selten Begegnungen mit unfreundlichen Einheimischen, aber irgendwo war es ja auch verständlich. Wer weiß, welche Völkerstämme hier in der Hauptsaison durch sein Privatgrundstück marschieren. Am Ende waren wir happy und sparten uns einen vielleicht 1-2km langen Umweg – wir waren da auch schon ziemlich fertig. Nach kurzer Zeit erreichten wir unseren Stellplatz und mussten leider feststellen, dass die beiden netten Isländer den Platz schon wieder verlassen hatten. Wir hatten schon zuvor ein paar Worte miteinander gewechselt. Sie hatten ihr Wohnmobil mit der Fähre nach Rotterdam übersetzen lassen, sind selber nach Holland geflogen und touren jetzt schon seit einigen Monaten mit isländischem Kennzeichen (IS) durch Europa. Echt schade!

    16.11. über Umwege weiter Richtung Barcelona

    da wir noch eine gute Woche bis Madrid Zeit hatten gönnten wir uns einen weiteren Zwischenstopp auf dem Weg nach Barcelona. Steffi konnte von Dali nicht ablassen und wollte nun auch noch das Schloss besichtigen das Salvator Dali seiner Frau Gala schenkte: Casa-Museo Castillo Gala Dalí. Also machten wir uns bei schönstem Wetter wieder auf den Weg ins Landesinnere in die kleine Gemeinde Pubol bei La Pera – alles wieder Bezirk Girona. Wir fanden einen Parkplatz hinter dem Museumgelände und Steffi machte sich auch direkt auf den Weg.

    Mein Interesse hielt sich im Rahmen bzw. war nicht vorhanden und so zog ich ein kleines Mittagsschläfchen vor. Schon nach ca. 1,5h kam sie dann auch bereits zurück, wir hatten beide keine Lust auf eine grosse Stecke und suchten uns einen kostenlosen Stellplatz den wir in dem Örtchen Vidreres fanden. Am frühen Abend kamen wir dort an und konnten leider nur von der Strasse aus den schönen Sonnenuntergang erahnen.

    Gerne hätten wir den Kirchturm bestiegen der leider geschlossen war. Also blieb es bei einem kleinen Spaziergang durch das sympatische kleine Städtchen mit schicken Läden. Nur die Suche eines Restaurants stelle sich als schwierig heraus – hier geht es meistens erst so ab 20 Uhr los. Schließlich fanden wir aber dann noch eine Bar mit Einkehrmöglichkeit in der wir dann meinen Geburtstag sehr gepflegt mit Burger und Fisch feiern konnten.

    Den restlichen Abend verbrachten wir größten Teils telefonierend im Wohnmobil. So legten wir heute nur 75km zurück und näherten uns alles andere als auf dem direkten Weg weiter Richtung Barcelona. Es ist schon ein Hauch Luxus wenn man mit soviel Zeit und Freiheit reisen kann 🙂